Freitag der 13.01.12
Ein Tag, den ich wahrscheinlich nicht mehr vergessen werde. Der Tag, an dem in mit Vorhofflimmern ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der Tag, der mich veränderte.
Ich hatte schon oft in meinem Leben Angst. Angst, eine Prüfung nicht zu schaffen. Angst, jemanden zu verlieren. Ja sogar angst im Dunkeln. Aber all diese Ängste sind nicht damit zu vergleichen, was ich am 13.01.12 gefühlt habe.
Ich habe seit diesem Tag, panische Angst davor zu sterben. Ich habe in nächster Zeit eine Untersuchung vor mir, die mit viel Vorsicht zu genießen ist.
Ein Vergleich:
Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei einer Blinddarmoperation: 15%
Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei meiner Untersuchung/Behandlung: 60%
Ich habe deshalb inzwischen wahnsinnige Angst davor, einfach nicht mehr aus der Langzeitnarkose aufzuwachen. Ich mache mir wahrscheinlich einfach zu viele Gedanken, aber wenn die Ärztin dich schon bittet, vor der Untersuchung eine Patientenverfügung zu unterschreiben und dich auch nicht anlügt, wenn es um das Thema; Komplikationen, geht, dann verunsichert mich das sehr.
Andererseits hat diese Angst auch etwas gutes!
Seit diesem Tag, ist mir mein Leben nicht mehr egal und ich sehe es mit anderen Augen! Mein leben ist wertvoll! Ich bin bisher einfach zu unbedacht damit umgegangen und habe meine Gesundheit als Selbstverständlichkeit hingenommen. Was soll mir schon passieren? habe ich immer gedacht. Aber nun merke ich, dass ich genauso wenig wie jeder andere Unsterblich bin. Ich habe nur dieses eine Leben und ich werde das beste daraus machen, so lange ich noch kann.
Jetzt wird sicher der ein oder andere denken: Mensch Mädchen, du bist erst 22 Jahre! Mach dir nicht so einen Kopf darüber...
Aber niemand hat mir die Garantie dafür gegeben, dass ich 100 Jahre alt werde. Nur weil ich erst 22 Jahre alt bin, heißt das nicht, dass es nicht morgen schon vorbei sein könnte. Der Tod ist allgegenwärtig und keiner hat die Macht dazu, ihn aufzuhalten. Wenn eine Uhr abgelaufen ist, dann kann das niemand verhindern. Nicht einmal Ärzte.
Ich werde meinen Körper nicht mehr so behandeln wie bisher. Zwar werde ich jetzt nicht alles was schädlich ist, sein lassen, aber in einem gewissen Maße genießen. Alkohol trinke ich eh nur sehr selten aber Party-Drogen und Zigaretten werde ich weniger müssen, wenn nicht sogar ganz sein lassen.
Depressionen, versuche ich erst gar nicht, zuzulassen. Denn ein Leben ist viel zu schön um sich dass von Melancholien versauen zu lassen.
Ich sollte aber mal meine Ärztin fragen, ob Sex für mich bzw. mein Herz schädlich sein könnte :/
Sollte dies nicht der Fall sein, werde ich mein Sex-leben neu gestalten! Ich will mir zwar nicht jeden Tag das Hirn rausvögeln lassen, aber ich lasse auch keine Erfahrung mehr aus...
Das ist mein Leben und ich werde jeden einzelnen Herzschlag genießen...
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